AOK Nordost startet niedrigschwellige Bewegungsprogramme

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©Dieter Schütz/pixelio

Unter dem Namen AOK-Freetraining ist ein wissenschaftlich fundiertes Bewegungskonzept an den Start gegangen. Ziel ist es, Bewegungsmuffel vom Sofa zu locken und Anreize für einen aktiveren Lebensstil zu schaffen.

Seit Jahren zeigen Studien, dass Quantität und Qualität von Bewegung in der Bevölkerung stetig abnehmen. Mit dramatischen Folgen. Zum einen nimmt durch den zunehmenden Bewegungsmangel die Zahl von Herz- und Kreislauferkrankungen, Skeletterkrankungen und psychischen Erkrankungen drastisch zu. Zum anderen steigen die krankheitsbedingten Kosten. Sowohl wegen der wachsenden Patientenzahl als auch durch die Fehlzeiten von Arbeitskräften. Inzwischen nehmen sowohl die Gesundheitsträger als auch die Regierung dieses Problem wahr und entwickeln Lösungen, um diesen Trend gemeinsam umzukehren.

Bewegungsangebote für ihre Mitglieder gehören für Krankenkassen wie die AOK Nordost inzwischen zum Standard und wurden nicht zuletzt durch das Präventionsgesetz weiter ausgebaut. So unterstützt die AOK Nordost die Bevölkerung in der Region mit zahlreichen Programmen für gesundheitsorientierte Breitensportler. Dazu gehören Laufgruppen, Radfahrangeboten und Schwimmkurse für die Kleinsten. Diese sind in der Regel kostenfrei und fast immer mit minimalem Anmeldeaufwand nutzbar.

Allerdings konnten gerade Menschen mit wenig Bezug zu sportlichen Aktivitäten mit den bisherigen Angeboten nicht erreicht werden. Und das obwohl bei diesen das größte Risiko besteht, durch den Mangel an Bewegung zu erkranken. Um dies zu ändern, wurde nun ein Rahmenkonzept mit dem Arbeitstitel „AOK-Freetraining“ erarbeitet. Wichtigste Vorgabe bei der Entwicklung des Konzeptes war, die Qualitätsanforderungen für innovative Bewegungsangebote mit einem niederschwelligen Einstieg zu verbinden.

Von Anfang an setzte die AOK Nordost dabei auf die Unterstützung von externen Experten, die von der Ideenfindung über die Konzeption und Durchführung bis zur Evaluation der Maßnahmen beteiligt sind. Dazu gehören neben Vertretern der Kommunen und Landessportbünde auch Sportpsychologen, Sportwissenschaftler und Nachwuchskoordinatoren der Vereine.

„Für viele Menschen“, so die an der Entwicklung beteiligte Sportwissenschaftlerin Dr. Janine Strunz, „ist es aber schwer, die Bewegung in den Alltag einer engen Arbeitswoche einzupassen. Zudem gilt es aus dem gewohnten Inaktivitätsmodus auszubrechen und den inneren Schweinehund zu überwinden.“

Daher galt es bei der Entwicklung, die Lebensgewohnheiten dieser Zielgruppe zu berücksichtigen. Herausgekommen sind unterschwellige, nachhaltige und räumlich möglichst nah an der Zielgruppen ansetzende Angebote, ohne das die Teilnehmenden sich an einen Verein binden müssen.

„Mit dem AOK-Freetraining werden die Bewegungsmuffel geradewegs an ihrer Couch abgeholt, da die Bewegung quasi vor der Haustür – unterschwellig und ohne Vereinsbindung angeboten wird“, so Dr. Strunz zu den Vorteilen des Konzepts. „Der informelle Zusammenschluss von Menschen mit ähnlichem Inaktivitätshintergrund steigert die Motivation – nicht der Beste zu sein, sondern gemeinsam eine persönliche Herausforderung zu meistern. Gerade diese soziale Komponente wird den Couchpotatos helfen, mit der Bewegung zu beginnen und später auch dabei zu bleiben.

Sämtliche im Rahmenkonzept enthaltenen Aspekte sollen ab sofort bei der Neuentwicklung von Bewegungsangeboten der AOK Nordost betrachtet werden und bei Bedarf in die Einzelkonzeption mit einfließen. Wichtig ist, dass neue Maßnahmen dabei nicht in Konkurrenz zu bereits bestehenden Bewegungsangeboten der AOK Nordost stehen, wie etwa Präventionskurse, sondern diese ergänzen.

„Das AOK-Freetraining“, so Dr. Strunz, „kann mit fundierter Planung sowie fachlich kompetenter Umsetzung und Ausstattung der einzelnen Bewegungsangebote einen enormen Beitrag für die Aktivierung und Gesundheit der vielen inaktiven Menschen in der Region leisten“.

Bereits in diesem Jahr starten sechs Projekte in der Region Nordost. Beispielsweise in der Gropiusstadt in Berlin. Hierfür wird ein ungenutzter Fitnesspark gemeinsam mit dem Bezirk und den Wohnungsbaugesellschaften aktiviert. Zwei Trainingsgruppen sind auf verschiedene Zielgruppen abgestimmt. Während bei der Trainingsgruppe 55+ die Erhaltung der Bewegungsfähigkeit im Vordergrund steht, werden 20-30-jährige zur nachhaltigen Bewegung in diesem sonst eher bewegungsarmen Lebensabschnitt motiviert. Die externen Partner unterstützen dabei in der Kommunikation mit den Bewohnern der Gropiusstadt, die durch das AOK-Freetraining die Chance erhalten, sich besser kennenzulernen und sich gegenseitig zu motivieren. Fünf weitere Projekte in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern starten ebenfalls noch in diesem Sommer.

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