20 Jahre dvs-Kommission Gesundheit! Rückblick auf die 18. Jahrestagung der dvs-Kommission Gesundheit im Rahmen des 22. Hochschultages in Mainz

IMAG0786Eingebettet in den alle zwei Jahre stattfindenden Hochschultag der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs), fand vom 30. September bis 02.Oktober 2015 die 18. Jahrestagung der dvs-Kommission Gesundheit statt. Einen besonderen Anlass bot das 20-jährige Jubiläum der Kommission Ge
sundheit.

Den Höhepunkt der Jahrestagung stellte entsprechend der Hauptvortrag von Prof. Dr. Klaus Bös und Prof. Dr. Walter Brehm dar: „20 Jahre dvs-Kommission Gesundheit.“ Im voll besetzten Hörsaal trafen sich Mitglieder und Freunde der Kommission Gesundheit und blickten gemeinsam auf die Gründungsphase der Kommission sowie auf die Entwicklungen in den vergangenen 20 Jahren zurück. Professor Bös erinnerte daran, dass ebenfalls im Rahmen des dvs-Hochschultags in Frankfurt 1995 der Antrag zur Gründung der Kommission gestellt wurde. Erste Schritte der Kommissionsarbeit waren z.B. die Festlegung eines endgültigen Kommissionsnamens sowie Erkunden der Themenschwerpunkte und Forschungsinteressen innerhalb der gesundheitsorientierten Sportwissenschaft.

In einer Umfrage sprachen sich 71% der Befragten für den bis heute bestehenden Namen der Kommission Gesundheit aus. Es sollten zukünftig epidemiologische Studien durchgeführt, Sport als Therapie sowie die Auswirkung sportlicher Aktivierung untersucht, methodologische Fragen geklärt und qualitätsgesicherte Sport- und Bewegungsprogramme entwickelt werden. Die erste Tagung fand dann im Mai 1996 in Müritz gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp) statt.
Professor Bös führte aus, dass die Arbeit während der folgenden Dekade grob in drei Handlungsfelder untergliedert war, die auch bis heute von hoher Relevanz für die Kommissionsarbeit sind: Inhaltlich-konzeptionell wurde beispielsweise an der Erarbeitung von Qualitätskriterien und Kernzielen des Gesundheitssports gearbeitet, es wurde das Handbuch Gesundheitssport publiziert sowie eine Bestandsaufnahme von Gesundheitsprogrammen geleistet. Interessenvertretung und Netzwerkarbeit fand in enger Abstimmung mit Politik, Krankenkassen und Sportverbänden statt. Des Weiteren lag ein Schwerpunkt auf Ausbildungskonzepten und Studiengängen.

dvs-GesundheitAus der Perspektive der Kommissionsgründer sind die Grundlagen für die zukünftige Arbeit der Kommission ein facettenreicher Wirkungsrahmen von körperlich-sportlicher Aktivität auf die Gesundheit, Qualitätskriterien für Prävention, Gesundheitsförderung und Rehabilitation, welche fortlaufend evaluiert werden sollten und für die eine hochwertige Aus- und Fortbildung sichergestellt werden müsse. Für diese Zukunftsaufgaben unerlässlich nannte Professor Bös die Kooperationen mit den ‚Playern‘ im Feld (z.B. Krankenkassen, Sportverbände, Betriebe) und das Einwerben von Drittmittel (wie z.B. über DFG). Zudem sollte aus sportpolitischer Sicht an das Präventionsgesetz vom Juni 2015 angeknüpft und insbesondere auf eine transparente Umsetzung von Qualitätskriterien hingewirkt werden.

Darüber hinaus bot das Programm wie auf jeder Jahrestagung der Kommission eine Informations- und Austauschplattform für die vielfältigen Themen der sportwissenschaftlichen Gesundheitsforschung. In zehn Arbeitskreisen der Kommission Gesundheit gab es 41 Vorträge mit anschließenden Diskussionsrunden. Ein Schwerpunkt der Arbeitskreise lag auf der Sportwissenschaft in klinischer Forschung und Praxis. So waren die Bewegungstherapie in der onkologischen Patientenversorgung sowie die Diagnostik der Funktions- und Leistungsfähigkeit onkologischer Patienten als auch die Sporttherapie in der pädiatrischen Onkologie ein größerer Themenblock. Darüber hinaus gab es auch Vorträge zu psychosozialen Aspekten der Bewegungstherapie, zu neurologischen Erkrankungen, zu Diagnostik und Assessment in Gesundheitssport und Bewegungstherapie, zur Gesundheit bzw. Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter, zu Voraussetzungen und Effekten körperlich-sportlicher Aktivität als auch zur Gesundheitsförderung und zum Bewegungsverhalten bei Menschen mit Behinderung.

Die Jubiläumsveranstaltung bot einschließlich des Jubiläumsempfangs eine ausgezeichnete Gelegenheit, von einer Rückschau auf die letzten 20 Jahre auf die zukünftigen Herausforderungen der dvs-Kommission Gesundheit zu blicken. Dazu waren viele der eingeladenen Gründungsmitglieder und ehemaligen Kommissionsmitglieder nach Mainz gekommen und konnten sich fachlich wie persönlich mit den Teilnehmenden der Jahrestagung austauschen oder zuweilen auch in Erinnerungen schwelgen.

Stephanie Jeckel, Stephanie Haible & Willy Belizer
Institut für Sportwissenschaft, Universität Tübingen

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