Special Olympics Düsseldorf 2014 setzt Impulse für Inklusion im Sport

Am 23.5.2014 gingen in Düsseldorf nach fünf Tagen die Nationalen Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung zu Ende. Neben dem sportlichen Event waren auch die Wissenschaft sowie der wissenschaftliche Nachwuchs  aktiv vertreten. Hierzu hatte der Fachausschuss Wissenschaft von Special Olympics Deutschland (SOD) zu Jahresbeginn eingeladen (siehe Ausschreibung)

4.800 Athletinnen und Athleten, unter ihnen auch 262 Unified-Partner ohne Behinderung, gaben unter dem Motto „Gemeinsam stark“ in 18 Sportarten und dem Wettbewerbsfreien Angebot ihr Bestes und begeisterten Besucher, Gäste und die Öffentlichkeit mit ihrem Können und ihrer Lebensfreude. „Das Motto ‚Gemeinsam stark‘ wurde in allen Facetten der Veranstaltung umgesetzt, die Chancen, mit den Nationalen Spielen Impulse für Inklusion zu geben, wurden genutzt“, resümierte Gernot Mittler, Präsident von Special Olympics Deutschland (SOD).

„Wir haben in den vergangenen Tagen großartige sportliche Wettbewerbe, emotionale Momente und unvergessliche Begegnungen erlebt. Die zweifache Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen verkündete ihr Engagement als Sportbotschafterin für SOD. Unsere Schirmherrin Daniela Schadt besuchte einen Tag lang die Spiele, ebenso DOSB-Präsident Alfons Hörmann.Das alles, sowie die große öffentliche Resonanz, sehen wir als hohe Wertschätzung der Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung“, so Mittler.

Wissenschaftliches Engagement im Zeichen der Inklusion

Die Wissenschaft zu stärken sowie junge Leute mit ins Boot zu holen, war das Ziel der Ausschreibung des Fachausschusses. Zahlreiche Studierende folgten dem Ruf,  sich mit theoretisch fundierten, empirischen Studien sowie mit konzeptionellen und methodologischen Überlegungen zur Inklusion, geistiger Behinderung und Sport zu befassen. So führte ein sechsköpfiges Team der Universität Jena unter dem Titel „Mein Kind wird älter“ Interviews mit Vätern und Müttern von Menschen mit geistiger Behinderung durch. Weitere universitär begleitete Studien von Bachelor- und Master-Studierenden – alle erkennbar durch T-Shirts mit der Aufschrift „Wissenschaft“ – zeigten, wie stark das Interesse am Thema Inklusion gewachsen ist. Unterstützung erhielten die akkreditierten Wissenschaftler von derSO-Akademie Bildung und Wissenschaft sowie dem SO-Fachausschuss Wissenschaft.

Auch der Fachausschuss Wissenschaft nutze die Veranstaltung in Düsseldorf für ein Treffen. Inhalt war die Fertigstellung der SO-Akademie Module für Übungsleiter-Fortbildungen in Kooperation u.a. mit den Universitäten Kiel und München. Das Angebot in Kooperation mit den jeweiligen Landessportbünden reicht von der Einladung von Referenten, um zu erfahren, welche Möglichkeiten man im Setting Verein hat, Menschen mit geistiger Behinderung im Sport einzubeziehen bis hin zu konkreten Maßnahmen in einzelnen Sportarten.
Unified Sport im Aufwind – Enge Kooperation mit dem organisierten Sport

„Gemeinsam stark“ gingen auch Sportlerinnen und Sportler mit und ohne geistige Behinderung an den Start. In 12 von 18 Sportarten gab es bei diesen Nationalen Spielen Angebote im Unified Sport. Noch nie zuvor war die Zusammenarbeit mit dem organisierten Sport in Vorbereitung und Durchführung Nationaler Spiele enger als bei den Special Olympics Düsseldorf 2014. „Ein besonderer Dank gilt dem Landessportbund für die enge und fruchtbare Kooperation“, so Sven Albrecht, Geschäftsführer von Special Olympics Deutschland. „Ich bin sicher, dass die Ergebnisse unserer Zusammenarbeit in die Zukunft reichen und einen wichtigen Impuls für inklusives Sporttreiben geben. Ein Beispiel dafür ist die Kooperationsvereinbarung zwischen SOD und dem Deutschen Tischtennis-Bund, die wir hier im Rahmen der Veranstaltung unterzeichnet haben. Special Olympics Deutschland ist über die Nationalen Spiele hinaus auch im Alltag ein kompetenter Ansprechpartner für den organisierten Sport und setzt sich nachhaltig für Inklusion im und durch den Sport ein.“

Auch Roman Eichler, Athletensprecher und Vizepräsident von Special Olympics Deutschland, konnte aus der Sicht der Athleten positives berichten: „Es waren schöne Spiele mit toller Stimmung. Besonders in Olympic Town war so viel los wie noch nie. Die Athletinnen und Athleten hatten hier sehr gute Sportstätten zur Verfügung und konnten dadurch auch ihre Bestleistungen erreichen. Mein Unified Fußballteam konnte sich auch von Platz 7 in München 2012 auf Platz 3 verbessern! Unser Team der Athletensprecher war sehr aktiv, wir hatten TV- und Pressetermine und haben die Athletinnen und Athleten bei ihren Wettbewerben besucht.“

Special Olympics – mehr als nur Sport

Das war auch bei den Nationalen Spielen in Düsseldorf wieder zu sehen. Ein äußerst gefragtes und erfolgreiches HealthyAthletes® Programm mit mehr als 4.000 Untersuchungen, der Familienempfang, die großartige Eröffnungsfeier, ein umfangreiches kulturelles Programm in Olympic Town, die Fotoausstellung des Special Olympics portraitprojects im Rathaus und die prächtige Abschlussfeier mit anschließender Athletendisco ergänzten die sportlichen Wettbewerbe. Darüber hinaus nutzten mehrere Verbände und Organisationen die Nationalen Spiele als Rahmen für Tagungen, Treffen und zum Gedankenaustausch zur Inklusion.

(Text: Wirkhaus, Quelle: SOD, Bild: SOD, PHD Reinhild Kemper)

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